Experten-Interview: Für uns ist das Thema Nachhaltigkeit eine Herzensangelegenheit
6. Juni 2019
CAPinside

Das Thema Nachhaltigkeit ist in aller Munde. Warum sollten sich Berater und Investoren mit dem Thema unbedingt beschäftigen?

Roch: Nachhaltigkeit ist ein positiv besetztes Thema, mit dem es sich leichter mit dem Kunden sprechen lässt. Selbst wenn es mal an den Märkten nach unten geht, haben die Kunden das Gefühl, dass sie mit ihrem Geld auch etwas bewirken. Das Investment hat also im Idealfall einen positiven Effekt.

Wo kommt aktuell die starke Aufmerksamkeit her?

Roch: Die Politik trommelt sehr stark, die Medien tun es auch. Es gibt die „Fridays for Future“-Bewegung und vieles mehr. All das sorgt für viel Interesse in der Öffentlichkeit. Hinzu kommt: Nachhaltigkeit ist politisch gewollt in Deutschland und in Europa. Und wenn es politisch gewollt ist, bedeutet das, dass sich das Thema in Gesetzen und Verordnungen wiederfindet. Aber auch das Anlageuniversum wird zunehmend größer. Es gibt immer mehr nachhaltig orientierte Unternehmen. Ich kann mich erinnern: Vor 15 Jahren hat sich kaum ein Unternehmen mit dem Thema Nachhaltigkeit in seinen Abschlüssen und Bilanzen beschäftigt. Heute haben ganz viele Firmen eigene Abteilungen oder zumindest einen eigenen Beauftragten dafür. Auch das zeigt, dass die Firmenchefs das Thema viel ernster nehmen.

Habe Sie den Eindruck, dass die Berater ganz gut aufgeklärt sind in diesem Bereich und entsprechend in der Lage sind, nachhaltig gemanagte Produkte, in welcher Ausprägung auch immer, anzubieten?

Roch: Hier gibt es sicherlich Nachholbedarf. Ich würde sagen, dass sich vielleicht fünf Prozent der Berater im Bereich Nachhaltigkeit wirklich gut auskennen. Die setzen das Thema auch schon um mit einzelnen Fonds, aber die breite Masse tut das nicht. Wir stellen in unseren regelmäßigen Webinaren auch fest, dass sich viele Berater mit dem komplexen Thema noch recht schwer tun. Das große Potenzial erkennen aber immer mehr Berater.

Wie können Sie als RP helfen?

Roch: Unser Ziel ist es zu vermitteln, dass sie bei uns ein Basisinvestment bekommen können, von einer spezialisierten Gesellschaft, die sich seit vielen Jahren mit dem Thema beschäftigt und für die Nachhaltigkeit ein Teil ihrer DNA ist. So können Berater die Anlagen mit gutem Gewissen an ihre Kunden vermitteln, ohne sich selbst komplett in die Materie einzuarbeiten.

 

Schreckt möglicherweise die fehlende Definition von Nachhaltigkeit viele Berater und Anleger ab?

Roch: Ja, es stimmt, es gibt das große Problem der Definition. Wenn ich Vorträge halte, stelle ich fest, dass jeder seine eigene Sichtweise hat. Es gibt Berater, die verbinden das Thema vor allem mit dem Ausschließen bestimmter Unternehmen oder Branchen bei der Investition. Dann gibt es auf der anderen Seite etwa die kirchlichen Institutionen, die sich seit Jahrzehnten darüber Gedanken machen und wo vor allem ethisches Investieren eine Rolle spielt. Die Frage ist also, wie ich das alles subsumiere. In Deutschland läuft das seit einigen Jahren vor allem unter ESG (Environment Social Governance), zu deutsch: Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. Das ist ein Begriff, der nachhaltiges Investieren ganz gut sammelt.

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